Traumatherapie

Ein Trauma ist die am meisten vermiedene, ignorierte, verleugnete, missverstandene und unbehandelte Ursache menschlichen Leidens. Wenn ich das Wort Trauma verwende, meine ich an dieser Stelle die oft entkräftenden Symptome, an denen viele Menschen nach einer Erfahrung leiden, die sie als lebensbedrohlich oder überwältigend wahrgenommen haben.

nach Levin: „Vom Trauma befreien”, Kösel 2008

Manchmal kann kein isoliertes Trauma erinnert werden, obwohl massive psychische Leidenszustände wahrnehmbar sind. Typische Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung sind: Flashbacks (sich aufdrängende Erinnerungen), vegetative Übererregtheit, Schlafstörungen, Vermeidungsverhalten, Gefühl des Betäubtseins, …

Hinter Ängsten, Depressionen, Süchten und vielen anderen Problemen kann sich eine (komplexe) Traumatisierung verbergen, die manchmal erst durch eine langfristige Psychotherapie zugänglich wird.

Traumatische Erlebnisse werden hirnphysiologisch anders verarbeitet als belastende Erfahrungen. Aufgrund der Erkenntnisse der modernen Hirnforschung wurden spezielle Behandlungsmethoden entwickelt, die eine Verarbeitung der Traumata ermöglichen.

Ich arbeite mit folgenden Methoden:

  • hypnotherapeutischen Techniken – vor allem zur Stabilisierung (siehe Hypnose)
  • Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) nach Luise Reddemann
  • Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) nach Francine Shapiro
  • EGO-State-Therapie

PITT wurde von Luise Reddemann zur Behandlung von komplex traumatisierten PatientInnen mit komplexen Traumafolgeerkrankungen entwickelt. Es ist ein überwiegend imaginatives Verfahren, das Elemente der Hypnotherapie und der Ego-State Therapie enthält. Psychoanalytische theoretische Modelle dienen als Erklärungshintergrund. Es ist eine äußerst behutsame Methode zur Stabilisierung und Traumabearbeitung.

Was wir anstreben können, ist, dass traumatische Erinnerungen nicht mehr quälen, mit Emotionen erinnert werden können, ohne dass man sich davon überwältigt fühlt, und dass sich dadurch der traumatische Stress zuückbilden kann.

(L. Reddemann: „Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie”, Klett-Cotta, 2005)

Ausflug

EMDR wurde von Francine Shapiro entwickelt. Die Durcharbeitung der traumatischen Erfahrung erfolgt in einem klar strukturiertem Verfahren. Das traumatische Erlebnis wird mit Hilfe von bilateraler Stimulierung (zum Beispiel: optisch – Augenbewegung, taktil – Klopfen, akustisch – Klänge) durchgearbeitet. Es kommt zur Verarbeitung und Integration. EMDR kann nur – wie auch alle anderen traumaspezifischen Methoden – im Rahmen einer längerfristigen Psychotherapie angewendet werden. Um eine Retraumatisierung zu verhindern, braucht es unbedingt ausreichende innere Stabilität, Sicherheit in der aktuellen Lebenssituation und eine tragfähige Beziehung Psychotherapeutin-Klientin.

EGO-STATE Therapie wurde von Paul Federn (1871-1950) entwickelt. Für Freud bestand die Persönlichkeit aus drei Teilen: dem ES, dem ICH und dem ÜBER-ICH. Federn hingegen vermutete schon damals viele verschiedene Persönlichkeitszustände. Er nannte diese „EGO-STATES”. Die verschiedenen ICH-ZUSTÄNDE bringen Farbe in unser Leben und bereichern es. Ein schmerzvoller, leidender EGO-STATE hingegen kann Unruhe und unerwünschte emotionale Reaktionen zur Folge haben. Beispiele für EGO-STATES: Stärke, Angst, Lebensfreude, Trauer, Sicherheit, Beruhigung, … In der Ego-State-Therapie arbeitet die Psychotherapeutin direkt mit jenem Persönlichkeitsanteil, dem Veränderung gerade am meisten nützt. Besonders wirksam ist diese Methode, wenn sie mit klinischer Hypnose kombiniert wird.

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